Aufzucht von Marderbaby's bis zur 8. Woche

Was zu beachten ist !

Man weiß nie, wie lange ein Marderbaby schon ohne Mutter ist. Deshalb ist äußerste Eile geboten. Kälte und Hunger sind als erstes zu bekämpfen.

1. Wärme

Eine Wärmflasche ist nur bei Einzelkindern, Marderchen unter 100 Gramm und Baby's die länger im Freien lagen nötig. Kräftige Marderchen (ab 2 Stück) wärmen sich sehr gut selbst.
Wenn also eine Wärmung nötig ist, bitte nicht zu heiß und zwischen Wärmflasche und Baby immer ein Deckchen legen. Vorsicht vor Überwärmung - sehr kleine Babys fangen dann an zu schwitzen und können sich nicht selber von der Wärmequelle wegbewegen. Heizkissen oder Heizdecken sind zu gefährlich. Diese sind meistens zu warm und können zu Austrocknung führen. Wenn das Kleine ständig feucht oder gar nass ist, ist die Wärme zu hoch - dann bitte regulieren. Oft ist auch Fieber im Spiel. Also, keine Zugluft und nie zu warm halten. Fleece-Deckchen und Baumwolltücher sind gut geeignet. Bei Frottee und Stoffen die Schlingen haben, bleiben die kleinen Krallen oft hängen und verhäddern sich. Am besten sollte ein richtiges Kuschelnest gebaut werden. Das Baby kann so selbst entscheiden (wenn es krabbeln kann), ob es unter oder auf den Deckchen liegen will.

2. Aufzuchtmilch

Fläschchen mit Aufzuchtmilch (siehe weiter unten) muss handwarm gegeben werden. Falls keine Welpenaufzuchtmilch da ist, geht fürs erste (max. 1 Tag) auch Fencheltee (zweiter Aufguß und nochmal stark verdünnt) um eine Austrocknung zu vermeiden. Am besten geeignet ist "Bio Kinder Fencheltee" von Sidroga (in Apotheken erhältlich). Tierärzte und Tierkliniken mit Nachtdienst haben immer Aufzuchtmilch vorrätig. Bitte nie Kuhmilch !!! Milcharten und Milchmenge - siehe weiter unten in der Tabelle.
Das Loch im Nuckel muss angepasst werden. Bei einem zu kleinen Loch ist die Anstrengung zu groß etwas abzubekommen. Ein zu großes Loch kann zu Verschlucken führen. Marderchen unter 100 Gramm trinken oft noch nicht vom Nuckel - hier kann vorübergehend eine 1ml Spritze genommen werden (selbstverständlich ohne Nadel). Aber bitte nie zuviel ins Mäulchen geben - sonst Verschluckung möglich.
Sehr gut zur Umstellung und Appetitanregung ist "Stullmisan-Pulver". Erhältlich bei vielen Tierärzten. Davon kann pro Mahlzeit eine sehr kleine Messerspitze (Stecknadelkopf-Größe) in die Milch gegeben werden.

3. Bauchmassage

Nach dem Trinken ist es nötig das Bäuchlein mit einem weichen Tuch (gut ist weiches WC-Papier, Tempo oder Kleenex) massiert werden bis eine Ausscheidung (Urin und Kot) austritt. Dazu das Kleine am besten auf dem Bauch in die Hand legen und mit der anderen Hand (2 Finger reichen) mit einem zusammengelegten Kleenex-Tüchlein zart am Genitalbereich vor- und zurückstreichen. Oft wird Kot erst später abgesetzt - das geht meist von allein. Ab der ca. 6. Woche wird Kot auch schon selbständig im Stehen abgesetzt.

4. Schlaf

Viel Schlaf ist nötig ! Babys die sehr viel schreien, haben meist zuviel Streß. In den ersten 4 Wochen soll ausschließlich getrunken und geschlafen werden. Bitte die Kleinen nicht herumtragen und versuchen mit ihnen zu spielen. Im Gegensatz zu Menschenbabys kann man Marderbabys nicht beruhigen indem man sie herumträgt und schaukelt. Ab der ca. 4. Woche gibt es kurze Spielzeiten. Bei mehreren Marderchen regeln die Kleinen das selbst. Bei einem Einzelkind kann nach der Milchmahlzeit etwas länger geschmust werden bis es müde wird.
Als Schlafplatz reicht in den ersten Wochen eine Katzentransportbox. Ab der 5. Woche möchten sich die Marderchen allerdings etwas mehr bewegen und das Krabblen lernen. Dazu sollte dann ein Kaninchenstall oder ein geschlossener Laufstall umfunktioniert werden. Immer vor anderen Haustieren (Katzen und Hunden) schützen.

5. Calziumgehalt ergänzen
Egal welche Aufzuchtmilch - es ist nie der Calziumgehalt wie in der echten Mardermilch enthalten. Deshalb kann schon ab der 3. Woche Calzium in Form von Schüssler Globuli Nr. 1 (Calcium fluoratum D12) und Nr. 2 (Calcium Phosphoricum D10) gegeben werden. . Je 5 Kügelchen (also 10 Globuli) in ca. 3 ml warmen Wasser auflösen und in eine Spritze (natürlich ohne Nadel) füllen. Diese Mischung auf 2-3 mal tgl. verteilt ins Mäulchen geben. Das soll über einen längeren Zeitraum gegeben werden. Mindestens bis die Kleinen Futterfest sind.
Achtung !! 1er und 2er Schüssler können bei Milchbabys zu erbrechen führen. Deshalb immer mit genügend zeitlichem Abstand zur Milch verabreichen. Bei erbrechen sofort absetzen !
Einzelkinder die viel schreien können Schüssler Globuli Nr. 3 (Magnesium phosphoricum) bekommen (ebenso 5 Globuli in 3 ml Wasser auf 3 mal verteilt über den Tag - gern auch öfter).
Die PZN-Nummern aller Salze finden sie unter "
Schüsslersalze - Übersicht mit PZN-Nummern".

6. Tierarztbesuch

Ist das Baby allerdings sehr schwach, dann sofort zum Tierarzt. Hier wäre eine Amynin-Unterspritzung (2-5 ml) hilfreich. Bitte kein Antibiotika oder Wurmmittel. Eine Kotprobe zum Tierarzt bringen und auf Giardien, Kokzidien und Parasiten untersuchen lassen. Somit kann man schon mal Klarheit schaffen. Falls hier irgendwas nicht ok ist, stellen wir gerne einen Behandlungsplan zusammen. Bitte Vorsicht mit Medikamenten - Marder reagieren auf viele Mittel mit Krämpfen. Fragen sie lieber bei uns nach !

Marderbabys unter 100 Gramm (Augen und Gehörgang geschlossen) haben eine sehr geringe Überlebenschance. Nur ca. 20 % kommen ohne Mutter durch. Selbst wenn keine Fehler gemacht werden. Die Kleinen geben oft ganz von selbst auf - da hilft die beste Pflege nichts. Der psychische Stress ist dabei nicht zu unterschätzen.
Mama ist weg + Milchumstellung = Stress.

Die häufigsten Fehler und die Folgen bei Marderchen unter 8 Wochen:

Antibiotika

verursacht Magenprobleme und in meisten Fällen Krämpfe
Spätfolgen: schlechtes Immunsystem; das selbe gilt für Durchfallmittel und sonstige Chemie

Wurmkur verursacht Magenprobleme, bitte nie ohne ersichtlichen Grund entwurmen - führt zu Vergiftungen und kann das Leben kosten. Appetitlosigkeit und Durchfall.
Kuhmilch zu hoher Milchzuckergehalt; kann zu Milchschorf und Calziummangel führen; über längere Zeit gegeben gibt es schwere Folgeschäden
Joghurt führt zu Übersäuerung im Harn. Dadurch kann es beim Urin absetzen zu Brennen führen. Marderchen schreit viel und Rüden nuckeln am Penis.
Sahne bringt Folgeschäden mit sich - Leberschäden.
Milch aufwärmen übriggebliebene Milch immer wegschütten; die Vitamine und Mineralien gehen verloren;
Mikrowelle angerührte Milch nie in der Mikro erhitzen; die Vitamine und Mineralien gehen verloren;
Obst zu hoher Säuregehalt;
Feste Nahrung Marder sind Säugetiere und somit bis einschließlich 6. Woche Milchtrinker; der Magen und der Darm sind noch nicht auf feste Nahrung eingestellt und können diese nicht verdauen. Das gilt auch für Brei oder Obst aus Kindergläschen.
Alkohol Wirkstoffe, die in Alkohol gelöst sind, führen unverzüglich zu Schwäche, Apathie und schließlich zum Tod. Bitte Inhaltsstoffe genau beachten.

Laufstall für die ersten Wochen

Kaninchenstall

Links oben: Ein selbstgebauter Laufstall mit Deckel. Solange die Kleinen noch nicht laufen, reicht auch eine Katzentransportbox.

Links unten : Ein Kaninchenstall / Meerschweinchenstall

 

Video: Marderbaby beim Trinken (YouTube von Karin Amann).

Video: 6 Wochen alte Marderbaby's (YouTube von Karin Amann).

Milch: Arten und wie oft

Die besten Erfahrungen habe ich mit "Royal Canin - Puppy oder Kitten -Milk" und "Gimpet Cat-Milk" gemacht. Aber auch andere qualitative Sorten sind möglich. Der Kuhmilchanteil im Pulver ist so verarbeitet worden, dass die Milch ohne Probleme verdaut werden kann. Gänzlich ungeeignet für Marder sind: Esbilac, Astorin Kätzchenmilch und Ziegenmilch (vor allem wenn sie über 43 Grad erhitzt wurde - Pasteurisiert = 60 - 90 Grad erhitzt). Bitte verwechseln sie nicht "Katzenmilch" mit "Katzenaufzuchtmilch". Die Katzenmilch in den kleinen Tetrapacks vom Supermarkt ist absolut ungeeignet zur Aufzucht.

Am besten eignet sich eine Aufzuchtmilch für Kätzchen. Die ist am verträglichsten. Die Kleinen brauchen eine hochwertige Ersatzmilch, die der der Mutter am nächsten liegt. Ein Milchwechsel verursacht oft Magen- und Darmprobleme. Also bleiben sie bei der Milch, mit der sie angefangen haben - vorausgesetzt sie wird gut vertragen.

In der Royal Canin Aufzuchtmilch ist das Fläschchen und ein Nuckel bereits dabei. Der Nuckel ist möglicherweise etwas zu groß. Im Zoohandel gibt es kleinere Fläschchen für Säugetiere zu kaufen. Für ganz kleine Marderchen bietet sich auch eine 5 ml -Spritze an. Hier heißt es einfach ausprobieren. Das Loch im Nuckel nie zu groß machen - Verschluckungsgefahr.

Zum Anrühren der Trockenmilch sollte abgekochtes Wasser genommen werden - Wasser sollte aber zum Anmischen nicht mehr kochend heiß sein. Das Verhältnis Wasser zu Pulver steht genau auf der Packung (meistens 1 Teil Pulver zu 2 Teilen Wasser). Da wir pro Mahlzeit eine sehr kleine Menge benötigen sollte auch genau gemessen werden. Die Trinktemperatur kann wie bei Menschenbaby's am inneren Handgelenk erfühlt werden. Auch wenn es aufwendig ist - zu jeder Mahlzeit frisch anrühren und übrige Milch wegschütten. Wenn es nötig ist lieber noch mal was anrühren.
Wir sind inzwischen davon abgekommen, bereits ohne ersichtlichen Grund Fencheltee in die Milch zu mischen. Gegen Blähungen hilft eine "Heiße 7" wesentlich besser und hat keine Nebenwirkungen.
Die fertige Milch nicht in der Mikrowelle erwärmen - das vernichtet Mineralien und Vitamine.
Wird die Milch zu dünn angerührt, schreit das Kleine möglichweise viel, weil Nahrung fehlt. Ist sie aber zu dick gemischt, wird die Leber überlastet - das kann zu Bläschen am Bauch führen.

Milchmengen / Gewichtstabelle:

Alter
Gewicht
Milchmenge
bis zur 1. Woche 30 Gramm 2-3 ml pro Mahlzeit *
2. Woche 100 Gramm 3-5 ml pro Mahlzeit *
3. Woche 180 Gramm 5 bis 8 ml *
4. Woche 240 Gramm 6 bis 12 ml **
5. Woche 300 Gramm 10 bis 15 ml **
6. Woche 350 Gramm 15 bis 20 ml ***
7. Woche 420 Gramm 20 bis 30 ml ***
8. Woche 550 Gramm 30 bis 40 ml ***
9. Woche 620 Gramm kaum mehr aus der Milchflasche
ab 10. Woche 700 Gramm Milch in Schüsselchen - mit Wasser verdünnt

*Fütterung alle 2 Stunden (ab Ende der Fütterung gerechnet)- auch nachts. Häufigere Mahlzeiten haben sich erfahrungsgemäß als ungünstig herausgestellt, da das jeweilige Aufwecken einen großen Stress bedeutet und die aufgenommene Milchmenge dann auch sehr gering ist.

**alle 2-3 Stunden - nachts 3 Stunden

***alle 4 Stunden. Nachts nur noch alle 5 Std. Ab der 8. Woche kann die Aufzuchtmilch auch in kleinen Schüsselchen angeboten werden. Zusätzlich feste Nahrung anbieten. Auch Wasser kann schon angeboten werden. Der Umstieg von Milch zu festem Futter sollte in max 5 Tagen vollzogen sein - dann keine Milch mehr geben - sonst kann immer wieder Durchfall kommen. Milch und festes Futter nie mischen und auch immer ca. ½ Stunde zwischen den beiden Nahrungsgaben abwarten.

Bitte nie Kuhmilch !!!

Folge: Trockene Haut, Haarausfall, Hautprobleme uvm. Der Milchzuckergehalt ist hier zu hoch und führt zu Durchfall - welcher bei sehr kleinen Marderbabys sogar zum Tod führen kann. Das gleiche gilt für Sahne und Kaffeesahne.

Ziegenmilch wäre noch eine gute Alternative. Allerdings darf diese nicht homogenisiert oder pasteurisiert sein - führt zu schweren Folgeschäden (dies wurde in einer Studie bestätigt, bei der kleinen Ziegen, die haltbar gemachte Ziegenmilch, gegeben wurde). Also hier nur Ziegenfrischmilch - die leider sehr selten zu bekommen ist !

Mit Esbilac-Aufzuchtmilch und Beaphar-Aufzuchtmilch haben wir bisher keine guten Erfahrungen gemacht. Leider wurde uns dies bereits mehrmals in Form von auftretenden Mangelerscheinungen bestätigt.
Ebenfalls ist "Dr. Clauder's Katzenmilch" ungeeignet. Wie schon auf der Packung angegeben: Für mutterlose Jungkatzen und für das Muttertier während der Trächtigkeit. Aber keinesfalls als Aufzuchtmilch zu verwenden.

Weitere Informationen dazu siehe Milchsorten - Vergleich und Folgen

Milchflaschen mit Sauger von Royal Canin

Am besten die Milchmenge und einmal täglich das Gewicht aufschreiben. Es sollte eine konstante Zunahme erfolgen. Allerdings gibt es immer wieder mal einen kleinen Rückschlag. Tage, an denen mal nicht soviel wie sonst getrunken wird oder auch mal eine Gewichtsabnahme um ein paar Gramm stattfindet. Das ist ok, solange es am nächsten Tag wieder mehr ist.

Für den Beginn mit fester Nahrung gibt es keine genaue Faustregel. Ab der 7. Woche bzw. wenn die Milchzähnchen vollständig zu sehen sind, kann "Animonda Kittenfutter" angeboten werden. Wir bevorzugen Animonda deshalb, weil darin kein Getreide enthalten ist. Getreide kann zu Gährungen im Bauch führen und somit wieder Durchfall oder Blähungen hervorrufen. Das Kittenfutter bitte nicht mit der Milch mischen - sondern immer getrennt geben. Die Umgewöhnung sollte in wenigen Tagen abgeschlossen sein - dann kann die Milch weggelassen werden.

Bei folgenden Problemen bitte über unser Marderhilfsnetz-Forum an uns wenden: Erbrechen der Milch, Grüner Kot, Darmvorfall, anhaltender Durchfall, Hautprobleme (Schorf oder Bläschen), Gewichtsabnahme, Verweigern der Milch, Husten, Niesen oder Röcheln, Fieber, Krämpfe, häufiges Schreien usw. Weitere Gesundheitsprobleme finden sie unter "häufigste Probleme".


Gesundheitliche Probleme bei Baby's

Eine ungefähre Altersschätzung können sie anhand der Tabelle auf der Seite "Baby gefunden" machen.

Jetzt kommt es darauf an, wie der gesundheitliche Zustand ist.

Bläschen am Bauch:

Das kann viele Ursachen haben: Antibiotika, Übersäuerung, falsche Milch oder Milchzugaben wie Joghurt oder andere Sauermilchprodukte.
Dazu ist generell folgendes zu sagen:
Bläschen deuten bei Milchbabys meist auf Darm/Leberprobleme hin. Bitte die Milch (Haltbarkeit) überprüfen, Wasser besser abkochen, keinen Tee (Fenchel oder Kamille) zugeben. Falls das alles berücksichtigt wurde, ist die Milch vermutlich zu dick angemischt, was die Leber überlastet. In dem Fall für die nächsten 2-3 Mahlzeiten mehr Wasser zum Pulver geben und erst langsam wieder an das normale Mischungsverhältnis angleichen.

Falls es trotzdem weitergeht und die Bläschen nicht verschwinden:
1. Die Bläschen nicht unnötig reizen oder einreiben. Wenn, dann nur ganz sanft mit Kamillentee betupfen.
2. Keine Salben - die decken die Bläschen nur Luftdicht ab und Bakterien können sich vermehren.
3. Peinliche Sauberkeit: Bakterien auf der Haut verschlimmern die Lage. Also, Kot und Urin sofort wegnehmen. Verschmutzte Körperstellen mit Wasser reinigen.
4. Antibiotikum führt zu weiteren Problemen. Die Darmflora wird zerstört. Vorallem bei sehr kleinen Marderchen führt AB wiederum zu Leberproblemen. Würde zwar erstmal zu einer Besserung führen, aber später erneut zu Bläschen führen.
5. Unverzüglich mit einer Akutkur beginnen. Anleitung dazu unter : Schüssler - Akutkur Plan Bitte die Zeiten genau einhalten.
6. Weiteres Vorgehen hängt von der Art der Bläschen ab. Zu unterscheiden wären hier Blächen mit eirigem Inhalt / Bläschen mit weißen Inhalt / Bläschen mit wässrigem Inhalt. Hier muß aber die Behandlung besprochen werden.
7. Stulmisan zur Milch geben. Eine sehr kleine Messerspitze pro Milchmahlzeit. Ist beim Tierarzt erhältlich.

Bei Problemen oder Fragen bitte an uns wenden.

Dicker Bauch (Blähungen):
Symptome: Baby hat einen aufgegasten Bauch, leichtes Klopfen auf den Bauch führt zu hohlem Geräusch, Babys winden und drehen sich öfter.

Die Milch bei einer Mahlzeit etwas dünner anrühren. Im Extremfall sogar eine Mahlzeit komplett mit Fencheltee ersetzen (der Tee darf nur zweiter Aufguß sein um die Schwebstoffe zu beseitigen - also Beutel ins heiße Wasser und wegschütten, dann zweiten Aufguß benutzen und vor Fütterung nochmal verdünnen). Beim Füttern mit der Flasche darauf achten, dass nicht zuviel Luft geschluckt wird - Flasche so halten, dass der Nuckel mit Milch gefüllt ist. Außerdem hilft eine "Heiße 7":
1 ml warmes Wasser (sollte sehr warm sein aber nicht heiß) + 10 Globuli Schüssler Nr. 7 (PZN 2889992). Innerhalb 2 Minuten tropfenweise verabreichen. Das bindet das Amoniak und entbläht sofort.

Chemische Zusätze wie "Sab Simplex" sind nicht nötig. Besser ist die Zugabe einer Messerspitze "Stulmisan" (beim Tierarzt erhältlich). Sollte das Problem danach nicht gelöst sein, bitte an uns wenden.
Wenn das Kleine dazu noch schlapp ist, wäre es sinnvoll eine Kotprobe zum Tierarzt zu bringen und auf Parasiten, Giardien und Kokzidien untersuchen zu lassen. Bei positivem Befund kommt es auf die Schwere des Befunds an, ob und was gegeben werden soll - bitte nicht einfach entwurmen - die meisten Mittel enden tödlich. Erst mit uns abklären.

Viel schreien: Einzelkinder schreien wesentlich mehr als in einer Gruppe. Hier hilf nur viel schmusen und Liebe. Aber bitte nicht vergessen es ist ein Baby und muß viel schlafen - also bitte nicht herumtragen oder Kindern zum Schmusen oder Spielen geben. Außerdem helfen Schüssler Globuli Nr. 7 (Magnesium phosphoricum). 5 Globuli in 3 ml Wasser auf 3 mal verteilt über den Tag - gern auch öfter)
Die PZN-Nummern aller Salze finden sie unter "
Schüsslersalze - Übersicht mit PZN-Nummern". Weitere mögliche Ursachen: Parasiten wie Giardien oder Kokzidien - in dem Fall sind die kleinen zunächst hyperaktiv und werden dann sehr schlapp. Auf jeden Fall eine Kotprobe (mind. 3 verschiedene Kotausscheidungen als Sammelprobe) zum Tierarzt bringen.

Zahnung ! Ab der ca. 4. Woche (300 Gramm) beginnen die Milchzähnchen durchzubrechen. Das bedeutet Streß für die Marderchen. In dieser Zeit (ca. 1-2 Wochen) kann die Trinkmenge etwas weniger werden. Meist wird jetzt auf dem Nuckel mehr herumgelutscht als getrunken. um die Trinkzeit dadurch nicht unnötig zu verlängern, gibt es einen kleinen Trick: Ziehen sie die Nuckelflasche langsam weg. Die Angst, die "Zitze" zu verlieren verursacht dann meist ein kräftigeres Nuckeln. Wenn es mehrere Babys sind, bringt es oft was den Rest der Flasche nach der Einzelfütterung direkt in die Gruppe zu halten. Jeder möchte dann der stärkste sein und will den Nuckel unbedingt haben.
Mit der Einsetzen der Zahnung wird dem Körper vermehrt Calzium entzogen. Das sollte ab jetzt mit den Schüsslersalzen "Calcium fluoratum D12"- (PZN 2812943) und "Calcium phosphoricum D10"- (PZN 2801365) ausgeglichen werden. Ansonsten kann es später zu Mangelkrämpfen und Doppelzahnung führen.
Anwendung: Je 5 Globuli (also zusammen 10 Stück) in einer 3 ml-Spritze mit Wasser auflösen. Von der Mischung 3 mal tgl. ca. 1 ml in Mäulchen geben.

Sind die Augen in Ordnung ?
Auch wenn die Augen noch geschlossen sind können sie unter dem Lid bereits eitrig sein. In diesem Fall erstmal nur mit einem weichen Tuch mit etwas warmem Wasser leicht darüber wischen. Wenn weiterhin Eiter austritt und eine leichte Schwellung vorhanden ist, kann Bepanthen Augensalbe dünn aufgetragen werden. Das hält die Haut weich und der Eiter kann leichter ablaufen. Bitte nicht mit Tee drangehen, da die Pflanzenzusätze weitere Entzündungen hervorrufen können. Wenn keine Besserung eintritt, bitte über unser Forum melden (am besten mit Foto der Augen). Antibiotische Salben und Tropfen nur im absoluten Notfall.

Kot ?
Sollte während der Milchzeit unbedingt Sonnengelb sein. Kleine Kügelchen in fester bis mittelweicher Konsistenz - auf keinen Fall wässrig. Gelegentlich ist der erste Kot etwas dunkler (braun oder sogar schwarz). Vermutlich hat das Kleine in seiner Not Erde oder Schmutzwasser getrunken, bis es gefunden wurde. Nach den ersten Milchmahlzeiten sollte sich der Kot aber wieder normalisieren und gelb werden. Falls das nicht der Fall ist, sollte eine Kotprobe zum Tierarzt gebracht werden und auf Parasiten, Giardien und Kokzidien untersucht werden.

Haben Sie mehr als ein Baby, kann es sein, dass sich die Kleinen gegenseitig am Geschlechtsteil besaugen - Sauginstinkt. Dies sollte vermieden werden, da es sonst zu Entzündungen kommen kann.
Bei meinen Babys 2008 waren 2 solche Unglückswürmer dabei. Sie waren noch zu schwach sich zu wehren oder wegzudrehen. Ich musste sie zumindest nachts trennen. Am Tag konnte ich das selbst kontrollieren und den Kleinen eben sofort Milch anbieten. In der Natur passiert das nicht, da die Babys zumindest tagsüber ständig die Zitzen der Mama zur Verfügung haben.


Bitte niemals füttern: Vitaminpasten, Schokolade, gewürzte oder gesalzene Speisen, Hackfleisch, Babygläschen für Kinder, Säurehaltiges und Lebensmittel mit Konservierungsmitteln oder Zusatzstoffen.

MangelerscheinungenCalziummangel Fellproblem

Vor allem am Fell lässt sich schnell erkennen, ob ein Mangel vorliegt. Nicht jede Aufzuchtmilch ist geeignet. Es gibt Sorten, die im Verhältnis 1:5 gemischt werden - die sind meist mit zu wenig Nährstoffen versorgt. Helles Fell oder gar Haarausfall ist die Folge. Falls sie sich nicht sicher sind, ob ihre Milch ausreichend ist, fragen sie uns einfach.

Auch die Farbe am Hals verrät Mangelprobleme. Das Fell soll weiß sein - orange oder gelb deutet häufig auf ein Leberproblem hin, welches ebenfalls von der falschen Ernährung kommt. Beide Symptome können allerdings auch Folgen von Vergiftungen sein. Dazu ist der Allgemeinzustand wichtig. Auch hier bitte eine genaue Beschreibung und Fotos an uns weitergeben.

Feste Nahrung

In der Natur werden Steinmarder 8-10 Wochen gesäugt. Das gilt auch bei der Handaufzucht. Bis zur 6. Woche nur Aufzuchtmilch - nichts anderes (kein Babybrei oder sonstiges). Ab der 7. Woche (oder wenn das Milchgebiss vollständig zu sehen ist) kann dann bereits begonnen werden feste Nahrung anzubieten. Für die ersten Versuche kann folgendes ausprobiert werden:

  • Welpen- oder Kittenfutter aus dem Schälchen (Animonda), muss ohne Getreide sein. Bitte nicht mit der Aufzuchtmilch mischen - auch das führt wieder zu Blähungen und Bauchweh.
  • Die feste Nahrung nie mit Milch mischen. Das Kittenfutter besser mit etwas Wasser anrühren um genug Flüssigkeit zu erreichen.
  • Wasser in Schüsselchen bringt nichts. Gibt nur eine Überschwemmung im Käfig.
  • Ab dem Moment, wo das Futter richtig gerne gefressen wird, reicht es die Aufzuchtmilch nur noch 2-3 mal tgl. anzubieten bis sie komplett verweigert wird.
  • Zwischen Futter und Milch ausreichend zeitliche Abstände einhalten - ca. 1 Stunde.

Marderhilfsnetz  •  Karin Amann  •  karin@marderhilfsnetz.de