Die
schwierigste, langwierigste und nervenaufreibendste
Methode die Kleinen auszuwildern. Für Menschen,
die nicht am eigenen Haus auswildern können oder
die keinen Pflegeplatz gefunden haben oder für
die, die sich erst dann Gedanken machen, wenn es bereits
zu spät ist und der jugendliche Marder die Wohnung
zerlegt. Für letztere ist oft jede Hilfe auf auswildern
vergebens. Hier reagiere ich besonders gereizt - wie
zum Teufel noch mal kommen Menschen immer wieder auf
die Idee, man könne ein Wildtier im Wohnzimmer
halten ???? !!!!
So
geht's:
Ab der 8. Lebenswoche müssen Marder an eine Umgebung
gewöhnt werden, da sie sehr ortsbezogen sind. Geräusche
und Gerüche werden jetzt bereits aufgenommen und
mit einem Ort in Verbindung gebracht.
Marder nach der 14. Woche (also nach Mitte Juli) noch
zu anderen zu tun, die bereits frei laufen, geht nicht
mehr ohne Probleme. Sie haben dann keinen Bezug zu den
anderen und würden in Panik ohne Orientierung drauf
los laufen.
Vorausgesetzt, die Jungmarder wurden von anderen Menschen
ferngehalten, kann man noch selbst auswildern und zwar
an einem idealen Waldrandplatz. Für Einzelkinder
empfehle ich diese Methode nicht, da sie nie gelernt
haben zu raufen und sich zu verteidigen. Sie wären
leichte Beute für jedes andere Raubtier.
Wald:
Sollte weit weg von Menschen und Straßen sein.
Obstbäume und Beutetiere sollen in der Nähe
sein. Idealerweise sollte eine Scheune oder verlassene
Hütte vorhanden sein. Hier aber bitte erst abchecken,
ob sie nicht schon von einem anderen Marder bewohnt
ist.
Die Jungmarder
müssen fähig sein Mäuse und Vögel
zu jagen. Das setzt voraus, dass sie bereits seit mehreren
Wochen Eintagsküken und Mäuse zu fressen bekommen
haben. Gegartes Hühnchenfleisch und Dosenfutter
gibt es im Wald nun mal nicht.
Die
Auswilderung läuft folgendermaßen ab:
Die Marder im Transportkäfig (bzw. einer vertrauten
Kiste o.ä., idealer- weise mit einem Eingangsloch,
durch das keine größeren Tiere hinein können)
zu dem auserwählten Platz bringen. Dort mit ihnen
eine Stunde verbringen (ohne Leine oder so - sie müssen
frei laufen können).
Es muss bei Dämmerung sein - also ca. 21:00 Uhr.
Das Ganze ab der ca. 10 Woche jeden Tag bis mindestens
Ende Juli oder besser Mitte August. Die Erkundungstour
jeden Tag verlängern bis zu 3 Stunden. Sie sollten
anfangs noch in der Nähe sein. Danach wieder mit
heim nehmen. Ab Mitte August - vorausgesetzt sie kennen
ihren Platz sehr gut und haben keine Scheu mehr - soll
der Transportkäfig mit den Mardern dort auch übernachten.
Dazu soll der Käfig immer mit Futter bestückt
sein. Täglich neue Küken dort hin bringen
und kontrollieren ob alles ok ist. Den Käfig am
besten geschützt unter Äste stellen, dass
er von Spaziergängern oder Raubtieren nicht gleich
gesehen werden kann. Wenn das Ganze in einer Scheune
stattfindet, sollte der Käfig trotzdem dort deponiert
sein - als Anlaufstelle für Futter.
Der Kontakt
zum Menschen soll gravierend beschränkt werden.
Nicht mehr lieb haben, schmusen oder verhätscheln.
Erst wenn eine gewisse Scheu zum Menschen aufgebaut
ist, kann man davon ausgehen, dass die Marder selbst
überleben können.

Futter:
Ab der ersten Übernachtung allein da draußen
sind 3-4 Küken pro Marder als Ration sehr gut.
Ab August sollten die Rationen weiter gekürzt werden.
So haben die Kleinen Anfangs noch die Möglichkeit
ihr Revier zu erkunden und Kräfte für evtl.
Kämpfe zu sammeln. Ganz schlimme Fälle kann
man so auch noch bis über den ersten Winter mit
etwas Futter versorgen.
Das ist eine langwierige Aufgabe - aber nur so haben
sie noch eine Chance auf ein Leben in der Natur.
Ich bin der Meinung, wenn man so was anfängt, muss
man es auch richtig zu Ende bringen.
Ich persönlich finde
diese Methode ganz schrecklich - aber 1000mal besser
als einen gesunden Marder in ein Gehege oder gar in
eine Wohnung zu sperren.
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