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Behalten oder abgeben
?
Ist das Baby erstmal mit
dem Nötigsten versorgt, sollten weitere Überlegungen
angestellt werden.
Haben Sie die Möglichkeit
den oder die Marder selbst aufzuziehen ? Das kostet
viel Zeit, Nerven und auch Geld.
Die Kosten für die gesamte Pflege, Futter usw.
werden von keiner Organisation übernommen und sind
komplett selbst zu tragen.
Die Umgebung sollte auch
passen - keine zu sehr befahrenen Straßen, panische
Nachbarn usw. Auch abgeklärt sollte sein, ob Bauernhöfe
in ihrer Nähe Marderfallen aufstellen, Rattengift
auslegen oder angrenzende Jagdreviere von Jägern
zum Problem werden können. Es gibt sogenannte Hobby-Trapper,
die Marder zum Spaß in Fallen locken und töten
um sich Pelzmützen daraus zu machen.
Bitte überlegen Sie
alles wirklich gut !
Bitte niemals irgendwo
aussetzen. Steinmarder sind sehr ortsbezogen. Ab August
sind sie zwar selbständig, aber sie müssen
ihre Gegend kennen um sich zurecht zu finden und die
Reviersuche erfolgreich zu gestalten. Ab der 8. Woche
sollten die Kleinen an die Umgebung gewöhnt werden,
in der sie später ausgewildert werden sollen. Also
nicht erst wochenlang im Garten laufen lassen und dann
im Wald aussetzen - sie werden sich nicht mehr zurechtfinden.
Man übernimmt eine
große Verantwortung. Deshalb sollte man nicht
nur die Aufzucht gut durchdenken sondern von Anfang
an überlegen, Ob ?- Wo ? - und Wie ? man auswildern
kann. Wir haben Deutschlandweit einige Plätze für
Aufzucht und Auswilderung. Die guten Plätze sind
allerdings begrenzt - also so früh wie nur möglich
melden - nur so können wir den passenden Platz
finden.
Möglichkeit
1: Sie haben alles gut durchdacht und sich
entschieden die Aufzucht und die Auswilderung selbst
zu machen. Seien sie sich sicher: Es gibt schlaflose
Nächte, viele Tränen und die Sicherheit, dass
die Marder nicht wie eine Katze ein Leben lang bei Ihnen
bleiben. Für immer behalten ist also tabu ! (das
Gehege müsste schon ca. 3000 qm groß sein
um den Marder zum Bleiben zu bewegen und selbst da gäbe
es keine Garantie, dass er das unbeschadet verkraftet
- in der Natur ist das Revier eines Rüden ca. 80
Hektar in Dorfnähe und bis zu 200 Hektar in Waldnähe
/ Fähen haben etwas weniger). Ideal zum auswildern
ist ein Paar oder sogar drei oder vier Marder. Einzelkinder
sollten nicht einfach ausgewildert werden - sie haben
riesige Probleme mit Kämpfen, Jagen und Gefahren
erkennen. Marder bis zur 14. Woche kann man ohne Probleme
zusammen gewöhnen - je eher desto besser. Also,
wenn sie für ihr Einzelkind einen zweiten suchen,
einfach bei den Wildtierstationen nachfragen - die freuen
sich sicher, wenn sie ihnen einen abnehmen.
Möglichkeit
2: Abgeben ! Das ist auch nicht so leicht,
da es nicht so viele Menschen gibt, die freiwillig eine
solche Aufgabe übernehmen. Am besten fragen Sie
bei Ihren umliegenden Wildtierauffangstationen und Wildtierhilfen
nach. Falls sie das Tier auf keinen Fall versorgen möchten,
können sie im Notfall auch bei ihrer örtlichen
Tierhilfe nachfragen.
Möglichkeit
3: Sie übernehmen die Milchzeit und wenn
die Kleinen futterfest sind, geben sie sie in spezielle
Einrichtungen zur Auswilderung ab. Sie sollten sich
jedoch früh genug melden, da viele der Plätze
schnell belegt sind. Spätestens ab der 8. Woche
sollte ihr Marderchen in eine Gruppe integriert werden.
Da die Wildtierhilfen um
diese Jahreszeit alle Hände voll zu tun haben,
können sie oft nur Jungtiere aufnehmen, die nicht
mehr an der Flasche hängen. Falls möglich
können sie die Jungmarder persönlich dort
hinbringen. Wenn das zeitlich oder aufgrund der Entfernung
nicht geht, gibt es hierfür einen speziellen Tiertransport,
der das gewissenhaft übernimmt. Dafür entstehen
natürlich Kosten, die sie selbst tragen müssen.
Die Tiere sind hier jedoch sehr lange unterwegs. Besser
wäre natürlich das persönliche Übergeben.
Außerdem können keine Marderchen transportiert
werden, die noch mehrmals ihre Milchportion brauchen. |