| Buggy
wurde im März 2005 gefunden. Er wuchs zunächst
mit anderen verwaisten Marderkindern bei einem Frettchenclub
auf. Schon nach kurzer Zeit wurde festgestellt, dass
mit ihm etwas nicht stimmt. In der Gruppe fiel es zunächst
nicht besonders auf, da er sich an den anderen orientierte
und genau die gleichen faxen machte. Buggy war noch
sehr klein als er gefunden wurde. Sein Fell war viel
heller und es war schwer ihn zu retten.

Nach einiger Zeit wurde festgestellt, dass er blind
ist. Vermutlich hatte er bei der Geburt zu wenig Sauerstoff
abbekommen und die Mardermama ließ ihn im Stich
(so ist es in der Natur nun mal üblich). Tja, nun
war guter Rat teuer. Mittlerweilen hatte Ninjo (so wurde
er damals genannt) richtig Freude am Leben und war ein
gesunder, lustiger kleiner Marderjunge. Auswildern war
ja nun nicht mehr möglich. Einschläfern ?
Nein, dazu war er zu Lebensfroh. Behalten konnte der
Frettchenclub ihn auch nicht. Also wurde Ninjo nach
Soltau zur "Wildtierhilfestation
Erdmann" gebracht. Dort sollte er sein Gnadenbrot
bekommen.
Zu der Zeit hatte ich gerade ein Mardermädchen.
"Easy" war ein Einzelkind. Ihr Brüderchen
ist verstorben - er war zu schwach. Easy sollte nicht
als Einzelkind aufwachsen, da die Chancen in der Natur
zu überleben so viel zu gering für sie waren.
Kurz und Gut ! Wir fuhren 600 km nach Soltau (bei Hannover)
und holten Ninjo zu uns. Wir bauten ein passendes Gehege
(ca. 30 qm), da er ja nie frei laufen kann. Die 30 qm
reichen ihm, da er ja blind ist. Für einen gesunden
Marder müßte es mindestens 5 mal so groß
sein - und selbst dann ist es fraglich, ob er nicht
durchdrehen würde und Stereotypien
entwickeln würde.

Die Gegebenheiten
auf unserem Grundstück waren ideal, da wir bereits
für unsere Katzen einen Teil des Gartens eingezäunt
hatten. So konnten die beiden spielen, toben und lernen
ohne auf Gefahren zu stoßen. Nun ja, Ninjo konnte
aufgrund seiner Blindheit einmal dem Teich nicht ausweichen
und ist baden gegangen. Aber siehe da - auch blinde
Marder können schwimmen. Seitdem kennt er sein
Gehege und das große Katzengehege (ca. 300 qm)
absolut auswendig. Er läuft wie ein Blitz durch
den Garten und stößt nirgens an. Seine anderen
Sinne sind extrem gut ausgeprägt. Er riecht und
hört alles viel besser. Die 2 Katzen gehen ihm
aus dem Weg - wie sie es auch in der Natur tun würden.

Da
Ninjo bereits den Spitznamen Buggy hatte, blieben wir
dabei. Das paßte wunderbar zu ihm, da er beim
umdrehen eine Bewegung macht, die einem Tanz ähnelt
- nämlich auf den Hinterbeinen eine Drehung. Die
beiden verstanden sich super. Easy fing irgendwann an,
Touren außerhalb des Geheges zu machen. Buggy
wartete geduldig bis seine Freundin wieder heim kam.
Erst eine Nacht, dann drei Nächte und schließlich
im März 2006 kehrte sie nie wieder zurück.

Ja, und seitdem
ist Buggy allein. Bei Dämmerung lasse ich ihn aus
dem Gehege - er erkundet jede Nacht sein Revier aufs
Neue. Es gibt immer was neues zu entdecken. Wenn ich
schlafen gehe sezte ich ihn wieder in sein Gehege und
er bekommt sein Futter. Er mag fast alles - außer
Eintagsküken. In seinem Gehege ist er in Sicherheit.
Im großen Gehege wäre es für die ganze
Nacht zu gefährlich. Es ist oben offen und ein
gesunder Marder käme ohne Problem rein. Ein ausgewachsener
Reviermarder würde Buggy vermutlich töten.
Leider verträgt er sich auch nicht mit den kleinen
Mardern. Er fühlt sich bedroht und würde sich
verbeißen. Also bleiben sie getrennt. Da Marder
generell Einzelgänger sind ist das für ihn
auch kein Problem. So kann er in Frieden leben und ein
glücklicher Mardermann sein.
Buggy wurde
kastriert um ihm hormonelle Schwankungen zu ersparen.
Generell raten wir von Kastrationen ab, da dies einen
Rückweg in die Natur komplett versperrt. Aber im
Fall von Buggy war klar, dass dieser Weg ohnehin nie
in Frage kommt.
Update
2008 :
Im
Sommer 2008 bekam Buggy massive psychische Probleme.
Zum einen lag das an den Marderkindern, die auf
seinem Gehege herumliefen und sich auch akustisch
(Streitereien und Gezanke) bemerkbar machten -
und dazu kam noch seine Abneigung gegen Eintagsküken.
Denn: Nur in den Küken und Mäusen sind
alle Mineralien und Nährstoffe, die ein Marder
zum Leben braucht. Also kurz gesagt: Buggy drehte
komplett durch !
Er biss sich die Schwanzhaare aus, drehte sich
im Kreis und verbiss sich in allem was ihn berührte
- so auch mein Fuß. Kaum zu glauben, aber
Schüsslersalze haben ihn gerettet. Eine bestimmte
Kombination alle 15 Minuten gegeben wirkte Wunder.
Als Zusatz zu den Schüsslern bekam er noch
"Adler Ortho Kapseln", welche die Stoffe
in höherer Dosierung beinhalten.
Ein
Umbau seines Geheges war auch nötig und half
super. Wir brachten rund um sein Gehege einen
ca. 60 cm hohen Sicht- bzw. Lärmschutz an,
bastelten diverse Klettermöglichkeiten und
einen Laubhaufen sowie einen Sandkasten. Buggy
hatte nun wieder viel zu erkunden und war abgelenkt
von der Bande an frechen Marderkindern, die um
sein Gehege herum liefen.
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Die
Schüssler's bekommt er nun Lenbenslang - zweimal
täglich. Da so der Stoffwechsel wieder in die richtigen
Bahnen gekommen ist, frißt er auch wieder Eintagsküken.
Buggy ist über den Berg und ich werde sicher zu
verhindern wissen, dass sowas nochmal passiert.
Ergänzung
2010:
Aufgrund
unserer Studien ist nicht mehr 100% sicher dass Buggy
wegen "Sauerstoffmangel bei der Geburt " blind
ist. Da er damals bei dem Frettchenclub mit "Espilac-Milch"
aufgezogen wurde, kann es gut sein, dass das die Ursache
ist. Wir forschen weiter |