| Normale
Körpertemperatur eines Marders:
38,5 Grad
|
Vergiftung |
Emesis
beim Steinmarder: Xylazin 1,1 mg/kg i.M.
oder sc. Wir mußten bereits die Erfahrung
machen, dass Apomorphin beim Marder nicht zum
erbrechen führt.
Erste
Hilfe-Infos zu dem entsprechenden Gift finden
sie unter Clinitox
oder unter den entsprechenden Giftnotrufzentralen. |
| Entwurmung |
Generell
sollte nur entwurmt werden, wenn Wurmbefall vorliegt.
Marder vertragen diverse Entwurmungsmittel sehr
schlecht. Marderbabys unter 8 Wochen versterben
zu 80 % an der Entwurmung. Vor allem Iltise und
kleine Marderarten sind davon betroffen.
In
den besagten Fällen wurde oftmals "Dectomax"
oder "Panacur" eingesetzt. Am gleichen
Tag stellten die Kleinen das Fressen ein und verstarben
innerhalb von ein bis zwei Tagen.
Sofortiger Einsatz von Mineralien konnte bei Wenigen
noch das Schlimmste abwenden. Allerdings treten
oft schlimme Krämpfe ein, die ein Jungtier
sehr schwächen.
Deshalb immer erst eine Kotprobe ins Labor schicken
und dann weiter abwägen, was man tun kann
- je nach Wurmart können wir hier Mittel
nennen, die auch kleine Marder verkraften können.
Prophylaktisch zu entwurmen ist fahrlässig,
da so ein kleines Marderkind ohnehin oftmals schon
geschwächt gefunden wird und sich erstmal
von diversen körperlichen und psychischen
Problemen erholen muß.
Die Kleinen werden mit dem Wirkstoff nicht fertig
- Folge: Organversagen und oftmals der Tod.
Marderbaby's
unter 8 Wochen haben so gut wie nie Wurmbefall.
Prophylaxe ist hier also nicht nötig - eher
tödlich. Unbedingt zu vermeiden sind "Spot
on Präperate".
Ein leichter Wurmbefall stärkt das Immunsystem
- hier auf keinen Fall entwurmen.
Bandwurmbefall:
Droncit
Nur
wenn tatsächlich Bandwurmbefall nachgewiesen
ist, kann mit
Droncit Pillen 7,5 mg ad us. vet. (Injektion wäre
besser, Spot on auf keinen Fall)
entwurmt werden.
Hier muss aber das Gewicht genau berechnet werden.
Bei den oben genannten Pillen ist eine Pille für
1,5 kg Körpergewicht.
Rundwurmbefall:
Banminth
Banminth
landet dort wo es hingehört - im Verdauungstrakt.
Advocate verursacht Leberschäden - unbedingt
vermeiden.
Anders als bei den Igeln (Lungen oder Saugwürmer)
sind Würmer aber bei jungen Mardern so gut
wie nie das primäre Problem. Und auch hier
ist der Zustand des Tieres abzuwägen.
Probleme machen eher Einzeller wie Kokzidien oder
Giardien, wobei Kokzidien hier sehr stark überwiegen.
Daher tendieren wir nie zu Wurmkuren, wenn der
Befall sich im Rahmen hält, kein Durchfall
besteht und das Tier gut zunimmt. Die Marder vertragen
generell alle Wurmkuren schlecht und es sollte
immer mit Biochemie abgepuffert werden. Also immer
erst stabilisieren und Kotprobe machen, nie prophylaktisch
entwurmen und falls dann doch erst wenn die Marder
größer sind, ca 900 g bis 1000 g.
Wir haben auch schon sehr erfolgreich homöopathisch
entwurmt (nach Wolff). Nach 10 Tagen waren keine
Würmern mehr nachweisbar. Bei jüngeren
und schwächeren Tieren zu empfehlen ,auch
wenn so nicht alle Würmer abgehen, hier wird
die Darmflora nicht zerstört und der Darm
wird gekräftigt, so dass er sich selber von
den Würmern befreien kann. Bei sehr kleinen
Mardern (extrem bei Iltisen) führt eine Entwurmung
in den meisten Fällen zum Tod.
Giardien:
Panacur (bei kleinen oder schwachen Marderbabys
gefährlich)
Kokzidien:
Kepinol (Cotrim)
Generell puffern wir bei jeder Art von Entwurmung
sowie bei Antibiotika oder anderen chemischen
Medikamenten mit Biochemie (Schüssler-Salzen)
- die leiten die Medimakente in die richtige Richtung
wieder aus dem Körper und verhindern ein
Festsetzen in der Leber und eine Übersäuerung.
Die passende Biochemie muß in jedem Fall
individuell ausgewählt werden - vor allem
auch die Häufigkeit der Gaben - je nach Zustand
und Gewicht des Marderchens.
Hier sind wir gerne jederzeit bereit das passende
Mittel und die Biochemie mit ihnen auszuwählen.
Nach
allen Entwurmungen und Antibiotika-Gaben sollte
eine Darmsanierung durchgeführt werden. Da
diese Tiere nach der Auswilderung sonst keinerlei
Abwehrstoffe gegen Bakterien im Darm mehr haben
und somit krank werden und verenden.
Meistens ist hier weniger mehr . |
| Impfung |
Impfungen
sind nicht nötig. In einigen Bundesländern
ist evtl. eine Staupeimpfung sinnvoll. Diese jedoch
frühestens ab dem 4. Monat. Impfstoff für
Frettchen kann verwendet werden.
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Narkose |
Falls
eine Narkose nötig ist, kann eine Frettchennarkose
genommen werden. Beste Erfahrungen haben wir mit
"Domitor + Ketamin". Die Dosierung muß
genau nach Gewicht bemessen werden. Bei Mardern
wirkt die Narkose sehr schnell - innerhalb weniger
Minuten schläft das Tier. Allerdings hält
sie nicht lange an. Als Beispiel: Für einen
10-Minütigen Eingriff reicht die Narkose
absolut nicht aus - er wird noch während
des Eingriffs wach. Es muß also sofort nach
der Narkosespritze mit einer Inhalationsnarkose
weitergemacht werden. Bei komplexen OP's evtl.
sogar mit Intubator. Grund für dieses schnelle
Aufwachen ist der erhöhte Stoffwechsel dieser
Tiere.
Vorsicht
! Ausgewachsene Steinmarder haben noch die Kraft
während der Narkose einen Finger bis zum
Knochen durchzubeißen.
"Sedalin-Tabletten"
wirken sogut wie gar nicht.
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| Antibiotika |
Jedes
Antibiotika verursacht bei Wildtieren sehr starke
Nebenwirkungen. Generell sollte nur dann zu AB's
gegriffen werden, wenn anders keine Aussicht auf
Erfolg gegeben ist.
Nebenwirkungen mit denen zu rechnen sind: Leber-
und Nierenschäden, grüner Kot (Ca-Mangel),
trockene Augen, Hautknoten (verschiebbar), Zerstörung
der Darmflora, Zerstörung des Immunsystems.
Deshalb muß bei Gaben von AB sofort mit
entsprechender Biochemie gepuffert werden.
"Cotrim
K-ratiopharm Saft" oder "Cotrimstada
Saft für Kinder" (früher
Kepinol)
Wirkstoffkombination: Trimethoprim / Sulfamethoxazol
Indikation:
* Atemwegserkrankungen mit Verschleimung
* Erkältungskrankheiten
* Lungenentzündung
* Harnwegsinfektionen
* Magen/Darminfektion
Dosierung:
1- Tag: 2 ml/kg 2 mal tgl.
ab. 2. Tag: 1 ml/kg 2 mal tgl.
Beispiel: Marderchen wiegt 200 gr. - am 1.
Tag 0,4 ml 2 mal tgl., ab dem 2. Tag 0,2 ml 2
mal tgl.
Dauer: Magen/Darm/Harnwege 3-5 Tage, Lunge 7 Tage
Maßnahmen zur Abschwächung der Nebenwirkungen:
- paralell zu AB Schüssler 9 und 10 Globuli
stündlich 3-4 Kügelchen
- bei schwachen Milchbaby's (unter 8 Wochen alt)
sofort mit einer Schüssler-Akutkur
beginnen.
- nach den Antibiotika-Gaben Okubaka D2 - Globuli
stdl. 3-4 Globuli
- danach langfristig Symbiopet übers Futter
(bzw. in die Milch) - bitte nie überdosieren.
- gegen trockene Augen helfen Kochsalz-Augentropfen
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Kastration |
Rüden:
Eine Kastration verbaut einem Marder jede Art
von Auswilderung. Als Reviertier hat ein kastrierter
Marder sogut wie keine Chance auf ein Leben in
freier Natur. Er wird nie ein Revier für
sich beanspruchen können und ist zu lebenslangem
Wandern verurteilt. Jeder potente Marder wird
ihn jagen und angreifen. So ist das Durchschnittsalter
eines Marders von ca. 3-5 Jahren niemals zu erreichen.
Jagdrechtlich ist es ohnehin verboten ein Wildtier
zu kastrieren (Ausnahmegenehmigungen bekommen
nur spezielle Einrichtungen wie Zoo's).
Selbst vermeintlich "nichtauswilderungsfähige
Marder" entpuppen sich nach der Pubertät
als durchaus auswilderungsfähig. Deshalb
bitte nie unüberlegt handeln. Auch kastrierte
Marderrüden entwickeln nach der Pubertät
trotzdem ein Revierverhalten und ihre Instinkte.
Spätestens dann ist er nicht mehr händelbar
und eine Kastration wird dann bereut. In speziellen
Fällen einer Behinderung beraten wir sie
gerne. Als Alternative kommt der Hormon-Chip für
Frettchen in Frage (hier haben wir jedoch leider
keine Erfahrungswerte).
Update
2011: Inzwischen sind wir aufgrund einiger Fälle
der Überzeugung "Nie mehr einen Rüden
kastrieren". 2 bis 5-jährige, kastrierte
Marderrüden zeigen inzwischen ein extremes
Verhalten. Die Hormone spielen verrückt und
die Kastraten sind nicht mehr zu berechnen. Es
ist dringend von einer Kastration abzuraten !!!!
Fähen:
Marderdamen sind nur einmal im Jahr Geschlechtsreif.
Die Gefahr einer Dauerranz besteht nicht. Kastration
also nicht nötig !!! |
| Biochemie |
Marder
reagieren bei vielen Erkrankungen auf die Schüsslersalze
sehr schnell. Damit ist oft die Gabe von "chemischen
Keulen mit ihren Nebenwirkungen" nicht mehr
nötig. Gerne stellen wir ihnen die passenden
Salze und die Dosierung zusammen. Bitte per E-Mail
oder im Forum schreiben.
|
|
Flöhe
/ Zecken |
-
Spot on - Präperate sind zu vermeiden
- Nicht verwenden: Gängige Mittel wie Frontline,
Bolfo, Advantix, Advocate usw.
- Exner Petguard kann eingesetzt werden
- Zecken absammeln |
| sonstige
Medikamente |
Floxal
- bei sehr eitrigen Augeninfektionen (geschlossene
Augen nie gewaltsam öffnen)
Amynin
- ausgezeichnet bei schwachen Marderchen anzuwenden,
subkutane Injektion. Dosierung: pro 100 gr Körpergewicht
1 bis 1,5 ml max. zwei mal tgl. sc. Dabei ist
jedoch abzuwägen, ob der Stress der Spritze
gerechtfertigt ist. Mit Amynin haben wir jedoch
schon mehrfach kleine Wunder erlebt - Marderchen
die völlig apathisch waren und nicht getrunken
haben, haben sich sehr schnell erholt.
Zylexis
- besser nicht ! Das Immunsystem von Wildtieren
funktioniert etwas anders als das unserer Haustiere.
Metacam/Novalgin
-führt zu Krämpfen ! Deshalb nur in
absoluten Notfallsituationen sparsam einsetzen.
Cortison
- führt zu Krämpfen !
Buscopan
- kann bei Magen-Darmproblemen gegeben werden.
Eine "Heiße 7" mit Schüsslersalzen
wirkt jedoch genauso und ist Nebenwirkungsfrei.
"Heiße 7" - siehe häufigste
Probleme ganz oben
MCP
- besser nicht ! Die Ursache des Problems wird
dadurch nicht gelöst. Besser erstmal Futter
bzw. Milch überprüfen.
Catosal
und B-Vitamin - kann unbedenklich eingesetzt
werden - jedoch immer genaue Dosierung nach Gewicht
beachten.
Infusionen
wie Ringer Lac., NaCl, Glucose - kann
eingesetzt werden - jedoch immer Gewicht beachten
Leukasekegel
- können bei entsprechender Indikation engesetzt
werden.
Vitamin
K - bei Rattengift nötig ! |
|
Antibiotika |
Antibiotika
lösen bei Marderartigen oft heftige Nebenwirkungen
aus. Deshalb ist es sinnvoll erst ein Antibiogramm
erstellen zu lassen um auch sicher den richtigen
Wirkstoff zu finden. Versuche sollten vermieden
werden ! Generell verursacht jedes AB Spätfolgen
bei Nieren, Leber und Darmflora. Hier muß
unbedingt bereits während der AB-Gaben entgegengewirkt
werden. Dies kann am schonendsten mit Schüsslersalzen
erfolgen: Ab der ersten Gabe des AB's bereits
je 1 Tablette Nr. 9 und eine Nr. 10 stündlich
geben (bei kleineren Marderchen und Babys nur
Globuli geben - 1 Tablette entspriche 5 Globuli).
Zur Darmsanierung im Anschluß kann Symbiopet
gegeben werden.
Hier
eine Liste der gängigsten AB-Wirkstoffe:
| Wirkstoff |
AB |
für
Marderartige
geeignet
/ nicht geeignet |
| Ampicillin |
|
nicht
bekannt |
| Amoxicyclin |
|
nicht
geeignet |
| Amoxi
+ Clavulansäure |
Synulox,
Clavaseptin |
geeignet |
| Cefalexin |
|
nicht
bekannt |
| Cefazolin |
|
nicht
bekannt |
| Cefovecin |
Convenia |
geeignet |
| Polymyxin
B |
|
nicht
bekannt |
| Colistin |
|
nicht
bekannt |
| Gentamicin |
|
nicht
bekannt |
| Tetracyclin |
Tetraseptin |
nicht
bekannt |
| Doxycyclin |
Doxy
Dura, Doxyderma |
geeignet |
| Clindamycin |
Cleorobe |
nicht
bekannt |
| Enrofloxacin |
Xeden,
Baytril |
nicht
geeignet
* |
| Marbofloxacin |
Marbocyl |
nicht
geeignet * |
| Sulfamethoxazol/Trimethoprim |
Cotrim
(Kepinol) |
sehr
gut geeignet ** |
*
Flurochinolone verursachen Krämpfe
**
"Cotrim Suspension für Kinder"
haben wir bereits mehrfach eingesetzt. Die Nebenwirkungen
sind bei Cotrim am geringsten und auch kleinere
Marderchen vertragen es relativ gut. Um trockene
Augen zu vermeiden, können NaCl-Augentropfen
gegeben werden.
Dosierung:
1. Tag - 2 mal tgl. 2 ml / kg
2. Tag - 2 mal tgl. 1 ml / kg
Beispiel: Ein Marderchen mit 200 gr. Körpergewicht
bekommt am ersten Tag 0,4 ml (morgens und abends).
Ab dem zweiten Tag dann 0,2 ml (morgens und abends)
Bei Magen/Darm Problemen reichen 3-5 Tage.
Bei schweren Erkältungen und Lungenproblemen
mind. 7 Tage lang.
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Empfehlungen
für diverse Gesundheitsprobleme beschreiben wir
unter: Gesundheit - häufigste
Probleme
Für
weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Anfragen bitte per E-Mail oder über unser Forum.
E-Mail:
karin@marderhilfsnetz.de
Zum
Marderhilfsnetz - Forum
Vielen Dank
für die medizinische Unterstützung von Tierärztin
M. G. !
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