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Aufzucht:
Optisch unterscheidet
sich das Hermelin deutlich von den Mardern. Der Körperbau
ist länger - Vorderbeinchen stehen zu den Hinterbeinchen
weiter auseinander, Die Nackenhaare sind schon länger
als das restliche Haarkleid, die weiße Brust zeichnet
sich auch auf der Haut ab - zieht sich jedoch bis über
den Bauch. Die Abgrenzung des weißen Bauches zum
braunen Fell ist sehr stark linear abgegrenzt.
Bei sehr jungen
Wieselchen - unter 3 Wochen - empfiehlt sich wieder
Aufzuchtmilch. Bei Verdauungsbeschwerden kann mit die
Milch mit stark verdünntem Fencheltee angerührt
werden. 
Die Zähne
entwickeln sich bereits, wenn die Augen noch zu sind.
Das Öffnen der Augen beginnt mit der zweiten Woche
- bei Handaufzuchten kann dies auch später erfolgen
(erst ab der 4. Woche). In der Natur werden die Kleinen
Hermeline bis zu 10 Wochen gesäugt. Meine Erfahrung
hat gezeigt, dass sie die Ersatzmilch nicht besonders
mögen und diese bereits viel früher verweigern.
Zunächst kann abwechselnd Aufzuchtmilch und Kittenfutter
gegeben werden. Jedoch nie zusammen mischen - gibt böse
Bauchweh und Durchfall. Entweder gleich voll umsteigen
auf Animonda oder mind. 1 Stunde zwischen Milch und
Futter abwarten.
Sobald die
ersten Zähnchen im Ansatz sind kann auf feste Nahrung
umgestiegen werden. Dazu eignet sich am besten "Animonda
Kittenfutter" - in Schälchen. Da dies jedoch
auch oft noch zu grob ist empfiehlt es sich das Futter
mit einem Teelöffel durch ein Teesieb zu drücken.
Die gewonnene Paste hält sehr gut, wenn man sie
in eine 5 ml- Spritze füllt und im Kühlschrank
aufbewahrt. Zu jeder Mahlzeit (zunächst eine Menge
in Erbsengröße später in Haselnussgröße)
kann die Paste gut dosiert auf einen angewärmten
Teelöffel gegeben werden. Die kleinen mampfen das
dann in windeseile weg.
Beim
"Kot absetzen" sind die Wiesel auch schneller
sauber als die Marder. Sobald feste Nahrung gegeben
wird, verlassen sie zum Kot absetzen das Nest - finden
dann aber nicht gleich wieder hinein. Hier öfter
mal Hilfestellung geben. Wärme ist immer noch sehr
wichtig.
Auswilderung:
Die Aufzucht
macht großen Spaß. Sobald die Kleinen draußen
laufen dürfen machen sie extrem schnelle Fortschritte.
Heute noch tolpatschig vom Schlafhaus gefallen - morgen
schon auf dem Weg zum Baumgipfel.
Besonders
dabei ist der Hermelintanz. Was zunächst noch aussieht
wie "einfach zum Spaß Hacken schlagen"
und "Saltos" ist in Wirklichkeit das Üben
für die Jagd. Böse Zungen sagen, die Hermeline
tanzen vor der Beute solange bis diese Hypnotisiert
ist und dann schlägt es zu. Stimmt auch beinahe.
Das Hermelin tanzt so schnell und wild vor der Beute
herum, dass diese nicht mehr weiß in welche Richtung
sie entkommen kann.
Eine ungefäre
Vorstellung dieses Tanzes kann man auf folgendem Video
sehen: "Hermelin
2010" - Karin Amann
Lange
bleiben die Hermeline allerdings nicht im Minigehege.
Der Freiheitsdrang schreitet sehr schnell voran.

Zunächst
wird noch der umliegende Garten untersucht aber sehr
schnell werden die Kreise größer.

Ein
Gehege für die ersten Übernachtungen im Freien.
Es soll geschützt vor anderen Tieren sein. Kletter-
und Versteckmöglichkeiten sind wichtig.

Die
Hermelin-Aufzucht war für mich persönlich
das Highlight 2010. Unkomplizierter und schöner
konnte es garnicht laufen. Beide Hermeline sind erfolgreich
ausgewildert. Einer der beiden wurde 3 Monate nach Auswilderung
sogar von uns erkannt - Lebendig, Gesund und Munter
! |