| Die
Aufzucht:
Gleicht im Hauptsächlichen der des Steinmarders.
Unterschiede:
Zur
Nahrung des Iltis gehören Frösche
und Fische. Aus diesem Grund sollten kleine Iltisse
auch schnell Kontakt mit Wasser bekommen. Ab der 8.
Woche kann eine flache Schüssel (z.B. ein Blumentopfuntersetzer
oder Plastikdeckel - siehe Foto weiter unten) mit etwas
Wasser angeboten werden. Der Instinkt wird dem Kleinen
zeigen, dass man damit richtig Spaß haben kann.
Um das Nahrungsangebot in die richtige Richtung zu lenken
sollte ca. ab der 10. Woche zu den Küken und Mäusen
auch Fisch angeboten werden. Selbstverständlich
roher Fisch mit Haut und Gräten. Obst verschmähen
die Iltisse gänzlich.
Es besteht beim Iltis eine erhebliche Verwechslungsmöglichkeit
zu Frettchen. Vor allem die Frettchen-Farbe "Black
Self" sieht in bestimmten Altersabschnitten ähnlich
aus wie der Iltis. Da Frettchen des Farbschlages Black-Self
jedoch kaum irgenwo im Wald ausgesetzt werden, ist es
unwahrscheinlich, dass sich solche Frettchen als Babys
irgendwo finden lassen. Im Zweifelsfall können
wir hier anhand von Fotos genaueres sagen.
Lebensraum:
Da die Iltisse durch ihre kurzen Beine schlecht bis
garnicht klettern können, leben sie vorwiegend
am Boden. Meist in Gegenden, wo sich Weiher, Flüsse
und Seen befinden.
Genaugenommen
ist der Iltis etwas einfacher aufzuziehen als der Steinmarder.
Die Entwicklung geht geringfügig schneller. Was
jedoch zu beachten ist: Kleine Iltisse knabbern
gerne an Stoffen und verschlucken auch oft
Teile davon. Schlimmsten falls ersticken sie daran oder
es gibt massive Magen- Darmprobleme, die zum Tode führen
können. Deshalb ist es wichtig, in die Kinderstube
nur Materialien zu legen, von denen nichts abgeknabbert
werden kann. Möglich wäre feines Heu oder
Sägespäne. Als Kuschelmateriel könnte
man feingewobene Leinen- oder Baumwollstoffe legen -
trotzdem immer kontrollieren. Besser wäre Bio-Toilettenpapier
(unbehandelt).
Medikamente wie Entwurmungsmittel und
Spot On-Präparate verträgt er wesentlich schlechter
als der Steinmarder. Das haben die zahlreichen Todesfälle
durch unüberlegte Entwurmungen 2010 bestätigt.
Iltisbaby's
haben ein hellgraues, dichtes Fell.
Milch
trinken, Bauch massieren, schlafen !

Erst
nach 2-3 Wochen wird das Fell dunkler und der Schnauzenbereich
heller (fast reinweiß).
Genau
wie die Steinmarder benimmt sich der Iltis in den ersten
Wochen wie ein Baby. Viel schlafen, fressen und schmusen.
Der Schmusebedarf sollte nicht unterschätzt werden.
Wie jedes kleine Lebewesen brauchen auch diese Wildtiere
sehr viel Liebe. Ab der 8. Woche sollte das allerdings
immer weniger werden. Im Idealfall wird dann die Kinderzeit
mit einem Partner verbracht. Der Mensch sollte dann
in den Hintergrund geraten.

Die
Auswilderung:
Auch
hier gibt es kaum Unterschiede zum Steinmarder. Ebenso
wichtig ist es, dass die Auswilderung nicht als Einzelkind
stattfindet. Natürlich geht das auch, aber für
das Tier ist es um vieles leichter zu zweit.
Der
Iltis sollte nicht in unmittelbarer Nähe zum Dorf
ausgewildert werden. Die ideale Wohngegend für
Iltisse ist Waldrand und Gegenden mit Tümpel,
Seen oder Weiher. Wie schon erwähnt -
Iltisse schwimmen gern.
Falls
in der Übergangsphase ein Gehege angeboten werden
kann, sollte bedacht werden, dass der Iltis
gerne Löcher gräbt. 30 - 50 cm sind
keine Seltenheit. Teilweise entstehen richtige unterirdische
Gänge.
Die Abnabelung von der Ersatzmami geht meist sehr schnell.
Im Gegensatz zum Steinmarder wird der Iltis schnell
unsichtbar - auch wenn er noch in der Nähe ist
und das Futterangebot noch annimmt. Das können
viele Iltis-Ersatzmamis bestätigen.
Ist
der Iltis erst mal freilebend, sollte er auch nicht
mehr belästigt werden. Auf keinen Fall versuchen
ihn gewaltsam oder mit Tricks zu fangen um ihn wie früher
zu schmusen oder zu streicheln. Der Iltis ist ab sofort
ein echtes Wildtier und würde seine Zähne
ohne zu überlegen auch in die liebe Ersatzmami
beißen.
So
könnte der perfekte Aufzucht- und Auswilderungsplatz
aussehen:

Im
Jahr 2010 wurden viele Iltisse von Ersatzmamis aufgezogen.
Die meisten machten es instinktiv richtig und benötigten
kaum Unterstützung von uns. Kompliment !
Die
ersten Erfahrungen mit Wasser sind wichtig. Auf keinen
Fall einfach reinsetzen - er soll später keine
Angst vor dem Schwimmen haben.

Zu
zweit macht das Leben einfach mehr Spaß und man
kann viel schneller und besser lernen zu kämpfen.

Erst
wenn der Iltis allein springen und hüpfen kann,
sollte die Wasserhöhe angepaßt werden.

Für
weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung und
stellen für sie einen Kontakt zu einer unserer
Iltispezialistinen her.
Von
den meisten Handaufgezogenen Iltissen gab es auch lange
nach der Auswilderung noch Lebenszeichen - so können
wir sicher sein, dass sich die Mühe gelohnt hat.

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