Spezifisches zum Mauswiesel

Steckbrief Mauswiesel (Mustela nivalis), syn. Zwergwiesel oder Kleinwiesel:

Klasse Säugetiere (Mammalia), Ordnung Raubtiere (Carnivora), Familie Marder (Mustelidae), Gattung Wiesel (Mustela)

Länge: 14 - 25 cm (ohne Schwanz), Weibchen etwas kleiner als Männchen, Schwanzlänge 2-6 cm
Gewicht: 30 - 110 g
Lebensalter: vermutlich 6 bis 9 Jahre, der Durchschnitt liegt eher bei 2-5 Jahren
Nahrung: Kleinsäuger, Vögel, Insekten, kleinere Reptilien
Besonderheit: Analdrüse, die bei Gefahr entleert wird (ungiftig - stinkt nur), dient aber vor allem zum Markieren des Reviers.

Paarung: keine klar begrenzte Zeit, meist jedoch Frühjahr und Spätsommer- keine Keimruhe
Tragzeit: ca. 34-37 Tage, bei großem Nahrungsangebot kann es sogar 2 Würfe pro Jahr geben.
Geburt: 3 - 7 anfangs blinde Welpen von 1,5 g
Geschlechtsreife: meist schon mit 3-6 Monaten
Schonzeiten: in Deutschland vom 28. Februar bis 31. Juli - in einigen Bundesländern sogar ganzjährig . Siehe dazu unter: Schonzeiten in Deutschland

Sein Fell ist hellbraun bis dunkelbraun. Die Bauchseite bis zum Kinn ist weiß - die Abgrenzung zwischen den beiden Fellfarben kann fleckig übergehend sein. Das Winterfell ist meist weiß - witterungsbedingt. Im Gegensatz zum Hermelin ist die Schwanzspitze nicht schwarz sondern fellfarben.

Die Aufzucht: Gleicht im Hauptsächlichen der des Hermelins.

MauswieselkindOptisch unterscheidet sich das Mauswiesel nur geringfügig vom Hermelin. Das Mauswiesel ist jedoch deutlich kleiner und der weiße Bauch kann Muster und Punkte aufweisen.

Bei sehr jungen Wieselchen - unter 3 Wochen - empfiehlt sich wieder Aufzuchtmilch.

Die Zähne entwickeln sich bereits, wenn die Augen noch zu sind. Das Öffnen der Augen beginnt mit der zweiten Woche - bei Handaufzuchten kann dies auch später erfolgen (erst ab der 3. Woche). Zunächst kann abwechselnd Aufzuchtmilch und Kittenfutter gegeben werden. Jedoch nie zusammen mischen - gibt böses Bauchweh und Durchfall. Entweder gleich voll umsteigen auf Animonda oder mind. 1 Stunde zwischen Milch und Futter abwarten. Sobald die Zähnchen vollständig da sind, kann begonnen werden Mini- bzw. Babymäuse anzubieten. Anfangs bitte noch etwas behilflich sein (z.B. Bauchunterseite etwas öffnen)
Heranwachsende Wieselchen benötigen ca. 33% des Körpergewichtes an Nahrung und sollten relativ schnell zunehmen.

Beim "Kot absetzen" sind die Wiesel auch schneller sauber als die Marder. Sobald feste Nahrung gegeben wird, verlassen sie zum Kot absetzen das Nest - finden dann aber nicht gleich wieder hinein. Hier öfter mal Hilfestellung geben. Wärme ist immer noch sehr wichtig, auf Grund der sehr geringen Größe kühlen sie wesentlich schneller aus, als andere Tierbabys.

Lebensraum:

Nach dem Dachs ist das Mauswiesel am weitesten verbreitet. Es kann in so gut wie jedem Biotoptyp vorkommen. Reviergröße variiert zwischen 2 und 25 Hektar.

Medikamente wie Entwurmungsmittel und Spot On-Präparate verträgt das Mauswiesel extrem schlecht. Auch hier konnten wir einigen Hilfesuchenden nicht mehr helfen. 2010: Bereits wenige Stunden nach dem Auftragen eines Spot on gegen Flöhe verstarben bereits 2 Mauswiesel aus einem Wurf von 6 Babys. Die anderen verstarben der Reihe nach innerhalb 12 Stunden.

Die Auswilderung:

Die Aufzucht macht großen Spaß. Sobald die Kleinen draußen laufen dürfen machen sie extrem schnelle Fortschritte.

 

 

 

 

 

 

 

Marderhilfsnetz  •  Karin Amann  •  karin@marderhilfsnetz.de